Weidezaun & Elektrozaun

Kurzdefinition

Ein Weidezaun ist eine vom Menschen angelegte Umfriedung von Weideland mit dem Zweck, die umzäunte Fläche für die zu beweidenden Tiere abzugrenzen bzw. die Tiere davon abzuhalten, die für die Weide vorgesehene Fläche zu verlassen.

Geschichte

Weidezäune oder ähnliche Umfriedungen gibt es schon seit der Domestizierung von Wildtieren. Zunächst dienten solche Zaunanlagen zum Einsperren der Tiere im freien Gelände um sie vom Weglaufen abzuhalten. Oftmals wurden sie aus Gestrüpp, Astwerk, Zweigen, Steinen oder Baumstämmen, später aus Brettern, Seilen oder Metallgittern errichtet.
Mit der Beweidung von Pferden, Schafen und Rindern wurden aus den ehemaligen Einsperrvorrichtungen Weidezäune, mit denen die Tiere in der zu beweidenden Fläche gehalten wurden. Damit entfiel zunehmend die Tätigkeit der Hirten, die bislang die Herden zusammenhalten mussten.

Bauweisen

Weidezäune gibt es stromlos als Gatter und Seil- oder Drahtzäune aber auch als elektrische Zäune. Die elektrischen Weidezäune haben sich durchgesetzt, da sie am effektivsten die Aufgabe eines Weidezaunes erfüllen. An nichtleitenden Pfosten aus Holz oder Kunststoff werden elektrisch leitende Drähte, Elektrobreitbänder oder Drahtseile gespannt. Bei elektrisch leitenden Pfählen müssen Isolatoren verwendet werden. Die Elektrische Spannung wird mittels eines Elektrozaungerätes erzeugt. Dabei werden Spannungsstöße von 2.000 bis 10.000 Volt in einem Abstand von mindestens einer Sekunde abgegeben, die die Tiere vom Durchbrechen der Umzäunung abhalten.

Elektrozäune bieten Sicherheit

Ein Elektrozaun soll hauptsächlich Tiere davon abhalten, einen eingezäunten Bereich zu verlassen bzw. einen anderen Bereich zu betreten. Dieser eingezäunte Bereich kann z.B. eine Weide, ein Auslauf, Acker, Reitplatz oder Futterplatz sein. Elektrozäune können für Kühe, Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen oder Schweine verwendet werden. Der Kontakt mit dem Elektrozaun soll abschreckend sein und wird durch einen Stromschlag ausgeführt. Je nach Stromspannung des Zaunes kann dieser Stromschlag einen elektrisierenden Impuls abgeben, der ziemlich schmerzhaft sein kann. Geht ein Tier an einen Elektrozaun heran und bekommt einen elektrischen Schlag, so erschreckt sich das Tier und merkt sich diese Schocksituation. Die meisten Tiere respektieren nach einem Erlebnis diesen Zaun und versuchen gar nicht erst wieder mit dem Zaun in Berührung zu kommen.
Je nach Länge der Umzäunung muss ausreichend Elektroband gekauft werden. Es empfiehlt sich immer einen Rest aufzubewahren. Besser ein wenig mehr Band kaufen als nötig ist. Bei Elektrogeräten für die Stromversorgung am Zaun sollte darauf geachtet werden, dass das Gerät leistungsstark genug für die komplette Einzäunung ist. Ansonsten ist der Strom am Ende der Einzäunung zu schwach und es kann Ausbruchgefahr bestehen. Viele Tiere spüren, wenn zu wenig Strom auf dem Zaun ist.
Es gibt breites und schmales Elektrozaunband für Tiere. Das breite Band ist für die Tiere aus der Entfernung besser sichtbar. Für große und kräftige Tiere sollte das breite Band verwendet werden, da es reißfester ist. Die Isolatoren müssen stabil und an den Pfählen gut befestigt sein. Es dürfen keine Grashalme oder ähnliche Dinge am Elektroband anliegen, da sonst der Stromkreislauf unterbrochen oder geschwächt wird.